Leserbrief

Osteuropäischer Wirtschaftsraum

Herzlichen Dank für den Bericht aus der Ukraine von Cedrick Rehman (SN v. 24. 1.). Seriöse Nachrichten aus dem osteuropäischen Raum sind eine Seltenheit. Schade, weil gerade hier großer wirtschaftlicher Nachholbedarf besteht, auf diesem Feld sollte politisch nicht herumgetrampelt werden. Schon Helmut Schmidt, der ehemalige dt. Bundeskanzler, hat auf diesen großen Markt hingewiesen, der im Gegensatz zu Asien, Afrika und Amerika direkt vor der Haustüre liegt.

Mein Beitrag betrifft Belarus, den Nachbarstaat der Ukraine. Wir bekommen stets nur negative Seiten zu hören und zu lesen über die verschiedenen Machthaber im Osten. Kaum jemand weiß, dass Belarus im Jahr 2013 von der Weltbank gelobt wurde, weil es im Zeitraum von zehn Jahren die Armut im Land von über 30 Prozent auf unter fünf Prozent gesenkt hatte. Der Machthaber war auch damals Lukaschenko. Ein Dorn im Auge des Westens. Warum wohl? Weil er sich weigert, Staatsvermögen zu privatisieren? Weil er das Land nicht für ausländische Ausbeutung öffnet? Weil er auf die Unterstützung Putins angewiesen ist? Da wird es einige Gründe mehr geben. Österreich war einige Jahre drittgrößter Importeur in Belarus. Das könnte, ich möchte mit dieser Prophezeiung nicht recht haben, nach dem Putsch in diesem Jahr vorbei sein. Erfolgreich inszeniert durch eine "humane Gesellschaft" aus einer smarten Nation, die unter anderem auf die Auslieferung von Julian Assange pocht und das Lager in Guantanamo weiterführt. Das ist keine Kritik, sondern eine Tatsache, wie der Machthaber Lukaschenko.


Reinhard Steindl, 5164 Seeham

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