Leserbrief

Pandemie und Umwelt abhängig

Oft ist zu lesen, dass wir uns erst nach der Bewältigung der Pandemie um den Klimawandel kümmern sollten. Ich denke, dass diese Vorgehensweise falsch wäre. Die Verhaltensforscherin Jane Goodall schreibt, dass Forscher, welche zoonotische Krankheiten untersuchen, eine Pandemie verursacht durch eine Infektionskrankheit, welche wechselseitig zwischen Menschen und Tieren übertragen wird, schon lange vorausgesagt haben. 75 Prozent der neuen Krankheiten des Menschen stammen aus unserem Umgang mit Tieren. Die Krankheiten entstehen, wenn ein Bakterium oder ein Virus vom Tier zum Menschen überspringt. Die Eingrenzung und Zerstörung der Lebensräume der Tiere drängt diese immer mehr in die Bereiche des Menschen. Wildtiere werden intensiv bejagt und Nutztiere in Massentierhaltung gehalten, um unseren Bedarf zu stillen. Covid hatte seinen Ausgang auf einem chinesischen Tiermarkt. HIV kommt von Schimpansenfleisch und Ebola vermutlich von Gorillafleisch. Schweinegrippe hatte ihren Ursprung in einer Massentierhaltung in Mexiko. Wir müssen erkennen, dass es eigentlich keine Trennung der Probleme Klimawandel und Pandemie gibt. Beides sind die schändlichen Auswirkungen unseres Umgangs mit der Natur. Wir müssen wieder versuchen, im Einklang mit der Natur zu leben. Bereiche, welche in den letzten Jahrzehnten aus dem Ruder gelaufen sind, müssen wieder auf ein vernünftiges, umweltverträgliches Maß reduziert werden. Die Impfung ist nur die Bekämpfung der Symptome. Sie ist notwendig, weil uns der respektvolle Umgang mit der Natur abhandengekommen ist.


Bernd Meierhofer, 5023 Salzburg

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