Leserbrief

Papstamt neu denken!

Zu den enttäuschten Erwartungen im Hinblick auf das jüngste päpstliche Schreiben (die ich gut verstehen kann) fällt mir auch der Gedanke ein, dass der Papst real gerade so viel Macht hat, wie ihm von den Bischöfen und allen Gläubigen zugestanden wird. Als Altkatholik und im Interesse der Ökumene würde ich mir eine umfassende theologische und kirchenrechtliche Diskussion über das Papstamt sehr wünschen. Viele der Vollmachten, die der Papst heute beansprucht (z.B. die Ernennung der Bischöfe oder die Gesetzgebung für die gesamte Kirche) sind meiner und vieler anderer Ansicht nach historisch gewachsen und theologisch nicht zu begründen. Dabei plädieren wir Altkatholiken keineswegs für die Abschaffung des Papstamtes. Der Papst könnte auch weiterhin etwa Sprecher der weltweiten Christenheit und oberste Gerichtsinstanz sein. Fragen, die die Weltkirche insgesamt betreffen, müssten aber auf einem Konzil entschieden werden.


DDr. Albert Haunschmidt, Vikar in der Altkatholischen Kirche, 4070 Hinzenbach bei Eferding

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