Leserbrief

Pendeln wieder attraktiv machen

Sehr geehrte Mitbürger und Mitbürgerinnen!
Werte ÖBB, wertes Postbus-Team!

Wie vielleicht schon durch meine Anrede ersichtlich wird, liegt es mit am Herzen, über ein Thema zu sprechen, über das sich schon viele meiner Bekannten ausgelassen haben, dass auch PolitikerInnen immer wieder erwähnen - über den Grund dafür lasse ich die Leserschaft selbst vermuten -, ohne dass etwas geändert wird. Es ist mir aber nun ein großes Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ein jeder Schritt eines jeden Mitmenschen helfen kann, unsere Umwelt zu schützen. Ich weiß, dass an dieser Stelle erneut manche Personen mit dem Kopf schütteln werden und die globale Klimaerwärmung als Einbildung abtun wollen. Es ist ihr Recht, so wie es das Recht jedes Menschen ist, seine Meinung zu sagen. Doch muss ich leider diesmal auch anfügen, dass die Menschheit eine besondere Begabung hat, nämlich negative Erfahrungen oder Möglichkeiten zu ignorieren. Aber es wird nun wirklich Zeit, dass alle ein bisschen umdenken, wenn nicht für die eigene Generation, dann für die zukünftigen für die Kinder und Kindeskinder. Keiner erwartet große Schritte - außer von der Wirtschaft, die immerhin den meisten Anteil an der Belastung trägt - aber wenn jeder ein bisschen Rücksicht nimmt, so kann das ebenso einen Wandel hervorrufen. Dabei denke ich an saisonales und regionales Einkaufen, wie auch der Verringerung von Online-Bestellungen und natürlich das Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber gerade bei letzterem sehen viele, auch meine Wenigkeit, Schwierigkeiten. Erst kürzlich bin ich umgezogen. Der Bahnhof ist von meinem Haus drei Kilometer entfernt. Und sofort wird mir gesagt, dass ich Führerschein und Auto brauche. Wirklich? Für drei Kilometer? Das ist gar nicht so viel. Aber dann kommt mir doch die Frage: was mache ich bei stürmischen und regnerischen Wetter? Die Antwort darauf, so dachte ich, wäre der Bus. Und hier beginnt nun mein kleiner Aufruf an ÖBB und Postbus. Macht doch Pendeln wieder attraktiv! Auf der einen Seite macht ihr Werbung, wie viel umweltfreundlicher öffentliches Fahren ist, auf der anderen Seite werden Strecken einfach aufgelassen oder Busse und Züge reduziert. Was ist die Folge? Mehr Menschen müssen auf die Autos zurückgreifen, wie auch Politiker festgestellt haben. Schön und gut, dass das gesehen und angesprochen wird von Kurz und Co. aber eine Lösung hat scheinbar noch keiner überdacht. Darum hoffe ich, wertes Team der ÖBB, und Postbus, dass auch sie diese Zeilen lesen und mehr noch, diese ernst nehmen und nicht als unwichtig abtun. Wäre es nicht möglich, damit zu beginnen, die Busse an den Zeitplan der Züge anzupassen? Das scheint mir ein geringer Aufwand zu sein und könnte dennoch zu positiven Ergebnissen führen. Zurzeit aber erlebe ich immer wieder, dass Busse nur am Vormittag regelmäßiger fahren - wenn man dies so sagen kann. Argumentiert wird mit den SchülerInnen, die natürlich nicht die Alternative Auto haben. Aber einmal ganz ehrlich: Sind die Busse nur für Schüler da? Und wird es schon von allen erwartet, dass sie Führerschein und ein eigenes Auto haben? Ein Paradoxon, wenn man eigentlich für umweltfreundlichen Transport Werbung macht.
PS: Ich fand es äußerst amüsant - manchmal ist Lachen die bessere Alternative -, ein Plakat der ÖBB zu sehen, auf dem geworben wird, dass man ein hundertprozentiges umweltfreundliches Unternehmen ist, als eine Diesellok an mir vorbeifuhr. Ich weiß schon, dass manche Strecken für Stromleitungen ungeeignet sind, aber die Situationskomik ist nun mal vorhanden.
Katharina Amon


Aufgerufen am 08.03.2021 um 07:41 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/pendeln-wieder-attraktiv-machen-78754429

Schlagzeilen