Leserbrief

Peter Handke und Miloš evic

Ein Schriftsteller, dem mit Respekt und Hochachtung vor seinem literarischen Schaffen das Recht zuerkannt wird, sein Publikum zu beschimpfen, es mitunter auch zu brüskieren, ein Mann wie Peter Handke, der sich mit seiner Literatur immer auch politisch öffentlich positioniert hat und der sich schließlich auf die Seite eines Despoten stellt, den nicht wenige Betroffene als Massenmörder betrachten, der muss sich von eben jenen, die er beschimpft, gewisse Fragen stellen lassen, wenn er nicht in Kauf nehmen möchte, dass seine literarische Botschaft an die Menschheit als wertlos und verlogen beurteilt wird. Literatur war und ist immer auch gesellschaftspolitisch konnotiert - und jene eines Peter Handke ist es im besonderen Maße.

Als Leser seiner Bücher erwarten wir Klarheit! Klarheit über seine Haltung zu Milošević (die auch ein eingestandener Fehler sein könnte) vor allem aber Klarheit darüber, was er denn im speziellen Fall mit dem Wort "Scheißdreck" gemeint hat: Die Frage der Journalistin oder seine berühmte Grabrede. Die Antwort darauf ist uns der Nobelpreisträger schuldig geblieben. Für die Frage seiner Preiswürdigkeit ist sie aber höchst bedeutsam und mit neuerlichen Beschimpfungen ist es nicht getan!

Dipl.-Ing. Peter Thuswaldner, 5400 Hallein

Aufgerufen am 22.01.2022 um 07:44 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/peter-handke-und-milo-evic-78034408

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