Leserbrief

Pflege: Alle müssen endlich an einem Strang ziehen

Mit 86 Jahre und obwohl noch aktiv beschäftigt mich und unsere Freunde und Bekannten natürlich der derzeitige Arbeitskampf der Pflegekräfte sehr stark. Wir sehen die Pflege im vielfachen Dilemma. Es fehlt an politischer Unterstützung, Wertschätzung, Nachwuchs, Arbeitskräften und Pflegeplätzen. Jedem ist klar, die zu Pflegenden werden immer mehr, die Kosten steigen. Aber weder die Kommunen noch die Privaten wollen mehr bezahlen und so wurschelt jeder für sich dahin. Die Bezahlung und Arbeitszeit in den Heimen gibt keinen Anreiz, in den Pflegeberuf einzusteigen, es gibt viele Aussteiger. Jeder, der es sich leisten kann, will, solange es geht, im eigenem Heim bleiben. Hört man sich um, wird dieser Bereich überwiegend von auswärtigen Pflegekräften bewältigt. Ein blühendes Geschäftsfeld für östliche Agenturen. Sind Angehörige bereit, die Pflege zu übernehmen, fehlt sowohl die finanzielle wie auch helfende Unterstützung. Das Pflegegeld muss auch oft mit einem Gerichtsverfahren erkämpft werden. Nach langem wurde eine Anhebung durchgeführt. Es wird wohl kaum jemanden geben, der die Forderung nach 35 Wochenstunden des Pflegepersonals ablehnt und es ist zu hoffen, dass es mit Hilfe der Gewerkschaft gelingt, diese wichtige Verbesserung zu erreichen.
Das ist aber nur ein kleiner Teil des Problems der Pflege und es sollte doch der neuen Regierung endlich möglich sein, eine allgemeine brauchbare nachhaltige Lösung zu finden. Natürlich nur möglich, wenn endlich alle an einem Strang ziehen und bereit sind, ihren Teil dazu beizutragen.


Rudolf Ratzenberger, 5020 Salzburg

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