Leserbrief

Pflegeberufe müssen attraktiver werden

Sozialbranche fordert 35-Stunden-Woche - Volkshilfe soll der Sündenbock sein.

Richtig ist: Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe müssen attraktiver werden, sonst droht uns in wenigen Jahren ein Pflegenotstand.

Richtig ist: Die 35-Stunden-Woche ist ein unverzichtbarer Schritt in diese Richtung.

Falsch ist dagegen, die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen an einem Anbieter festzumachen. Eine nicht gewinnorientierte Betriebs GmbH, welche einen gemeinnützigen Verein repräsentiert, als Verursacherin alles Übels an den Pranger zu stellen, ist falsch und gefährlich. Die sozialen Angebote der Salzburger Volkshilfe reichen von einfacher Hilfe im Haushalt über die Hauskrankenpflege, die Förderung körperbehinderter Kinder an Pflichtschulen, die Integration von Sozialhilfebeziehern/-innen in den Arbeitsmarkt bis hin zum Angebot von Senioren/-innenclubs und der Unterstützung in Not geratener Personen.

Finanziert werden diese Dienstleistungen durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, vor allem aber vom Land Salzburg und dem Bundessozialamt. Diese legen auch die Kosten für die Betreuung sowie die Anzahl der Betreuungsstunden fest.

Die berechtigte Forderung nach der Finanzierung der 35-Stunden-Woche mit Lohnausgleich muss sich daher in erster Linie an die Politik richten. Anstatt der bereits mehrmals angekündigten, halbherzigen Lohnsteuerreform, welche vor allem den sehr gut Verdienenden nützen soll, wäre es besser, diese Gelder in die Attraktivierung der Pflegeberufe zu investieren.

Mag. Christine Pertele, 5023 Salzburg

Aufgerufen am 28.01.2021 um 04:54 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/pflegeberufe-muessen-attraktiver-werden-84324358

Kommentare

Schlagzeilen