Leserbrief

Planungsdesaster der ÖBB

Dass die ÖBB ein weiteres Jahr für ihre Planungen des Flachgautunnels benötigen, ist am 21. Dezember in den SN zu lesen. Eigentlich hätte alles bei der Projekteinreichung Ende 2018 fertig und vollständig sein müssen. Dem war aber nicht so. Das erste Problem ist die Deponierung des belasteten Aushubmaterials. Die ursprünglich eingereichte Deponie im Steinbachgraben (Gemeindegebiet Lochen) mit einem fünf Kilometer langen Förderband und einer ebenso langen und sechs Meter breiten Begleitstraße hätte bestenfalls als Notlösung durchgehen können, aber nicht als einzige Deponiemöglichkeit weit und breit. Das zweite Problem sind die gesetzlich geschützten Tiere, die im Tunnelportal Ost gefunden wurden. Über diese kann man nicht einfach drüberfahren, nicht einmal die ÖBB. Leicht zu lösen wäre dieses Problem, wenn man die vorgesehene Trasse wenige Meter verlegen könnte. Das geht aber nicht, weil dann das Trinkwasser für zigtausend Menschen gefährdet wäre. Gott sei Dank haben die ÖBB als Tunnelstrecke genau jenen schmalen Bereich gefunden, wo unser Trinkwasser geschont wird. Aber sicher kann man sich da nicht sein, wie die unvorhergesehenen Wassereinbrüche beim Bau des Semmering-Basistunnels zeigen. Nach drei Verbesserungsaufträgen, mehrfacher Fristverlängerung, unübersehbaren Planungsproblemen, zig Millionen an Steuergeldern und vor allem auch wegen der enormen Umweltbelastungen in der Bauphase hätte das Klimaschutzministerium jetzt die Notbremse ziehen müssen. Immer wieder Fristen zu verlängern ist nicht die Lösung!

Franz Goiginger, 5203 Köstendorf

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