Leserbrief

Plastikpfand und Agrarförderung

Wir brauchen nicht nur ein Pfand für Plastikflaschen, damit der Müll nicht neben der Straße landet, sondern auch eine Plastiksteuer, die aber zweckgebunden sein soll, um das Plastik zu recyclen (und nicht eine Einnahmequelle für die EU-Verschwendungspolitik), damit Kostenwahrheit gegenüber alternativem Verpackungsmaterial hergestellt wird und auch tatsächlich sämtlicher Plastikmüll verantwortungsvoll verwertet wird.

Apropos EU. Ist es überhaupt noch zeitgemäß, dass man die Agrarwirtschaft in wirtschaftlich schwächeren Ländern der EU fördert, sprich, diese Länder Nettoempfänger sind, gegenüber anderen Staaten, welche Nettozahler sind? Schauen wir uns doch mal an, was damit gefördert wird. Gefördert werden am meisten jene Betriebe, die die größten Grundflächen haben. Eine klare Verbesserung zur flächenunabhängigen Förderung vergangener Tage, welche dazu führte, dass Zukauf von Futtermitteln und Überdüngung gefördert wurde, klar. Aber sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss!

Was haben die ärmeren Staaten und die Einwohner der EU insgesamt davon, wenn Großinvestoren alles zusammenkaufen? Nichts! Im Gegenteil. Immer weniger Menschen können immer besser von den EU-Mitteln auf Kosten aller anderen Menschen leben.

Kleinbäuerliche Strukturen sollten gefördert werden! Um mehr Nachhaltigkeit, Biodiversität, gesunde Nahrungsmittel, artgerechte Tierhaltung und auch mehr Menschen Arbeit in und durch die Landwirtschaft zu ermöglichen, von der man auch leben kann.

Dies ließe sich leicht erreichen, indem man die Förderungen der EU auf sagen wir mal 20 Hektar pro Familie, welche landwirtschaftlich tätig ist, beschränkt.

Norbert J. Huber, 5202 Neumarkt am Wallersee

Aufgerufen am 04.12.2020 um 05:57 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/plastikpfand-und-agrarfoerderung-95348158

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