Leserbrief

Polarisierende Aussagen zum Salzburger Flughafen

In regelmäßigen Abständen taucht Entrüstung gepaart mit Zeigefinger-Rhetorik rund um das Thema Airport Salzburg auf. Es sind polarisierende Aussagen, die eine "Klimakrise" zwischen Bevölkerung, Natur, Anrainer/-innen, Politik, Wirtschaft und (Viel-)Flieger/-innen anheizen. Ganz nach dem Motto "entweder-oder". Wenn wir aber auf das in vielen anderen Lebensbereichen erfolgreiche Modell "sowohl-als auch" zurückgreifen, kann uns ein konstruktiver Dialog mit Sicherheit gelingen. Die Interessen hinter den Positionen erkennen und benennen - ganz nach dem Harvad-Verhandlungskonzept - hilft da schon sehr. Wenn ein Teil der Wirtschaft aufschreit, aber gleichzeitig andere Unternehmen kein Drama in einer Einstellung des Flugverkehrs zwischen Salzburg und Wien sehen, ist die Situation also nicht so eindeutig. Ich bin der Meinung, dass unser Flughafen eine wichtige Bedeutung für Salzburg hat und weiterhin haben soll. Die Strategie für die Zukunft eines Regionalflughafens liegt jedoch nicht nur im Aviation Bereich. Seine wirtschaftliche Leistung erarbeitet er sich im Übrigen auch jetzt schon verstärkt z.B. durch Events im Terminal 2 im sogenannten "Non-Aviation" Sektor. Dazu kann in Zukunft auch eine Kooperation mit dem Schienenverkehr und anderen öffentlichen Verkehrsanbieter/-innen gehören. Und außerdem. Die Anreise zum Flughafen Salzburg ohne Auto ist noch immer für viele ein Grund nach Wien und München auszuweichen.

Christine H. Seemann, Mediatorin/Unternehmensberaterin, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 29.09.2020 um 03:01 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/polarisierende-aussagen-zum-salzburger-flughafen-74781619

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