Leserbrief

Prämien für schlechte Arbeit?

Ich habe am 30. 3. die SN aufgeschlagen und die Schlagzeile war, dass die Vorstände auf einen Teil der Prämie "verzichten" wollen. Ich lasse bewusst auf "ihre" Prämie weg, da dieses Possessivpronomen nur verwendet werden kann, wenn sie es verdienen. Der Salzburg AG wurde im letzten Jahr ein Imageschaden zugefügt, in einer Zeit, in der man der Öffentlichkeit den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft machen soll. Was bedeutet es, wenn der zuständige Vorstand seine Verkehrsagenden dem Vorstandsvorsitzenden abtreten musste? Wohl nur die Unfähigkeit, das Problem zu lösen. Und dafür soll er auch noch eine Prämie bekommen? In Unternehmen ohne staatlicher Beteiligung werden Vorstände beim Scheitern abgelöst und nicht belohnt.
Welche Umfrage IMAS zur Kundenzufriedenheit gemacht hat, ist sehr zweifelhaft. Es kommt wie immer auf den Auftraggeber einer Umfrage an, was er hören will und wie er es interpretiert. Der Aufsichtsrat kann nicht zufrieden sein mit dem Jahr 2018 und darum geht es bei der Prämienzuerkennung aktuell. Die Versäumnisse des letzten Jahres kann man der Politik nicht umhängen, aber es scheint Bewegung in die Verkehrspolitik zu kommen.

Dieter Wagner, 5026 Salzburg

Aufgerufen am 28.10.2020 um 09:35 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/praemien-fuer-schlechte-arbeit-68338018

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