Leserbrief

Priestermangel - oder verfehlte Personalpolitik?

"Der ohnehin gravierende Priestermangel verschärft sich weiter - vor allem im größten Bezirk Salzburgs, dem Pinzgau", lesen wir dieser Tage auf salzburg.orf.at. Eine Krise von nie da gewesenen Ausmaßen bahnt sich für die Kirche Salzburgs an. Die wenigen Priester sind überarbeitet. Der Kontakt mit den Pfarrangehörigen bröckelt weg. Das kirchliche Leben erstickt. Teile der Erzdiözese werden zum seelsorglichen Notstandsgebiet.
Und was tut die Obrigkeit? Ein beliebter, engagierter Salzburger Pfarrer, Christoph Gmachl-Aher, wird gegen den ausdrücklichen Wunsch der Pfarre und scheinbar grundlos aus der Erzdiözese entfernt und ins Waldviertel verbannt. Seine Stelle in Bergheim nimmt jetzt - erraten! - ein Priester aus dem Pinzgau ein. Dafür wird dessen Pfarre nun aufgelöst und in einen Pfarrverband eingegliedert, "wo andere Geistliche wegen des Priestermangels mehrere Gemeinden gemeinsam betreuen", so auf salzburg.orf.at.
Verstehen kann man das nicht. Dass sich die Kirche im freien Fall befindet, lässt sich auch von den Blauäugigsten nicht mehr leugnen. Und die Leitung der Erzdiözese scheint es auf eine Bruchlandung ankommen zu lassen. Die Leidtragenden werden wir alle sein.

Katharina Eder, 5101 Bergheim

Aufgerufen am 02.12.2021 um 04:12 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/priestermangel-oder-verfehlte-personalpolitik-78030298

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