Leserbrief

Privates Gebet als Ersatz

Im Leserbrief vom 9. April ("Not lehrt beten") wird beklagt, dass keine öffentlichen Gottesdienste - auch nicht im kleinen Rahmen und mit Schutzvorkehrungen - stattfinden dürften. Zugleich wird darauf verwiesen, dass der Mensch nicht nur aus Materie bestehe, sondern auch Geist und Seele in Zeiten der Not gestärkt werden müssten.

Abgesehen davon, dass gemeinsames Singen oder Beten im Gottesdienst mit Mundschutz nicht besonders erhebend sein dürfte und es einen Grund gibt, warum die Kommunion nicht ausgeteilt werden darf (damit fehlte ein wesentliches Element der katholischen Messfeier), ist zu bedenken, dass das Öffnen der Kirchen in Zeiten strikter Ausgangssperre bei vielen Mitbürgern auch auf Unverständnis stoßen oder dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet würde, wenn sich Gruppen dort verabredeten. Gestärkt werden können Geist und Seele der Gläubigen in diesen Zeiten durch Angebote der Kirchen über TV und Internet - und das private Gebet. Schließlich heißt es in der Bibel bei Mt 6,6: "Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist."

Christiane Egger, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 01.10.2020 um 12:51 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/privates-gebet-als-ersatz-86070868

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