Leserbrief

Probeverträge für Junglehrer?

Laut Pressemeldungen plant die Wiener Bildungsdirektion Probeverträge für Junglehrer, damit sie sie leichter loswerden können. Ob das der richtige Weg ist? Probleme, die Junglehrer haben können, beginnen schon mit der Ausbildung. Da müsste es sich schon herausstellen, ob er/sie für den Lehrberuf geeignet ist.

Die neue Pädagogenausbildung bringt eine immer bessere Fachausbildung von der Kindergärtnerin bis zum Lehrer an der höheren Schule; das Ziel wird einmal ein Doktoratsabschluss sein. Ganz vergessen bzw. zurückgedrängt wurde nunmehr die Praxisausbildung. Es war immer ein Vorteil in der Pflichtschullehrerausbildung gegenüber anderen Schulsparten, dass es hier eine intensive Praxisausbildung gab. So waren Landschulwochen in den Bezirken und allwöchentliche Lehrauftritte in den verschiedenen Praxisschulen/Übungsschulen vorgeschrieben. Damit konnten die entsprechenden Fähigkeiten erworben bzw. unter Beweis gestellt werden.
Nunmehr wurde die Praxisausbildung drastisch verringert und dann wundert man sich, wenn Junglehrer in den ersten Dienstjahren scheitern!


Hofrat Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, 5020 Salzburg

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