Leserbrief

Problematisches Pandemie-Vokabular

Zur Wochenendbeilage vom 30. Jänner:

Als Philologin finde ich es schade, dass auch die SN mit Begrifflichkeiten wie Corona-Leugner, Lockdown-Verweigerer, Impfgegner und Maskenverweigerer ins gemeinsame Medien-Horn blasen. Wie wäre es mit Maßnahmen-Hinterfrager und Impf-Skeptiker, das unsägliche Wort Corona-Leugner würde ich gänzlich streichen. Ich kenne persönlich niemanden, der Covid-19 leugnet und ganz sicher niemanden, der die Existenz von Viren leugnet.
Wo bleiben die Kampagnen, die zur Stärkung des Immunsystems ermutigen? Dazu gehören Bewegung im Freien, ausgewogene Ernährung, Darmgesundheit, die Versorgung mit Vitaminen wie D und C, Stressmanagement, aber auch soziale Kontakte! Mit einem Aufruf zur Immunstärkung würde zusätzlich zu den Schutzmaßnahmen, ein weiterer, vielleicht weitaus wichtigerer Beitrag zur Volksgesundheit geleistet werden. Ursachenbekämpfung statt Symptombekämpfung scheint in der westlichen Medizin längst nicht mehr in zu sein.
Angesichts der psychischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen wird zu Recht demonstriert. Das muss eine Demokratie aushalten, wenn sie sich so nennen möchte. Für das Demonstrationsrecht sind Menschen gestorben und dieses darf nicht vor dem Infektionsschutzgesetz in die Knie gehen. Gingen von Demonstranten tatsächlich gesundheitliche Gefährdungen aus, müsste das doch regelmäßig im Infektionsgeschehen sichtbar werden - tut es aber nicht.

Mag. Eva-Maria Resch, 5081 Anif-Niederalm

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