Leserbrief

Profitgierige Einleger?

Dir. Josef Kröll meint in seinem Leserbrief v. 21.8., es wäre schlichtweg unanständig, wenn die über die Einlagensicherung (ELS) schadlos gehalten würden.
Nun, tatsächlich zu Schaden gekommen sind beim Commerzialbank-Skandal wohl primär Millionen-Einleger wie die GESIBA der Gemeinde Wien, EGW der Vienna Insurance, das Land Burgenland etc. - und denen hilft die von den Banken finanzierte ELS in Höhe von 100.000 Euro wenig.
Die ausgeschütteten Zinsen mögen durchaus "weit überhöht/nicht marktgerecht" gewesen sein, haben sich aber tatsächlich nur im einprozentigen Bereich bewegt - das ist abzüglich der KESt nur ein Bruchteil der tatsächlichen Geldentwertung - warum sollte man das Bestreben, wenigstens einen Teil der Geldentwertung abzufedern, als "Gier" verurteilen?
Was nun die "gierigen", von der Einlagensicherung geschützten Kleinkunden betrifft: Wenn die ob genannten Profi-Einleger den Braten nicht gerochen haben, warum sollten es dann die?
Dir. Knoll schlägt für diese Einleger einen Selbstbehalt vor - logisch weitergedacht, müsste man den aber auch für "profitgierige" Kunden, die bei einer Firma, die bald darauf pleite geht, weit unter-marktpreislich eingekauft haben, einführen - um so den durch Beiträge der Arbeitgeber finanzierten Insolvenz-Entgeltfonds zu entlasten.


Helmut Hintner, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 25.09.2020 um 12:57 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/profitgierige-einleger-91913503

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