Leserbrief

Radfahrer im Straßenverkehr

Zum Bericht in den SN vom 13. 6. 2020 betreffend Radunfälle mit E-Bikes:

Ihr Bericht über die Entwicklung der Unfallzahlen mit Radfahrern legt den Schwerpunkt auf die älteren Menschen, speziell jene, die mit E-Bike unterwegs sind. Er könnte allerdings den irreführenden Eindruck vermitteln, dass die älteren Radfahrer das Problem auf den Straßen und Radwegen seien.

Ich möchte die Aufmerksamkeit auf das Verhalten der Radfahrer im Straßenverkehr insgesamt richten und habe in Salzburg diesbezüglich wieder einmal einen beunruhigenden Anschauungsunterricht auf den beiderseitigen Strecken neben der Salzach zwischen Staatsbrücke und Autobahnbrücke, und dann dem Alterbach entlang bis zur Auffahrt Salzburg-Nord, erhalten. Jugendliche, junge, aber auch "sportliche" Radfahrer mittleren Alters sehen diese Wege oftmals als Rennstrecken und verhalten sich dementsprechend. Mit oder ohne Helm stürzen sie sich in Rennfahrermanier in die Straßenunterführungen, wobei für entgegenkommende Radfahrer oft nur das Lenken an den äußersten Rand, womöglich das Absteigen vom Rad, übrig bleibt, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Auch wenn Fußgängergruppen manchmal demonstrativ die gesamte Straßen- bzw. Wegbreite beanspruchen, rechtfertigt dies nicht eine geradezu menschenverachtende Rücksichtslosigkeit vieler Radfahrer.

Es würde mich nicht wundern, wenn in Anbetracht dieser Situation manche auf das Radfahren verzichten, um schweren Unfällen zu entgehen. Das wäre aber wohl nicht im Sinne der Bemühungen, diese umweltfreundliche Bewegungsart zu fördern. Die Exekutive ist gebeten, sich der geschilderten Zustände anzunehmen.


Georg Weigl, 5023 Salzburg

Aufgerufen am 20.01.2021 um 07:13 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/radfahrer-im-strassenverkehr-89358118

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