Leserbrief

Rätselhafte EU-Kommission oder Politik für Multis

Obwohl ich kein CBD-Konsument bin, war ich dennoch überrascht, als ich vom Vorhaben der EU-Kommission, CBD bzw. CBD-Produkte als Suchtmittel einzustufen, erfahren habe. CBD ist ein nicht psychoaktiver Wirkstoff der Hanfpflanze. Ein niedriger THC-Anteil und die Nicht-Psychoaktivität von CBD-Produkten ist quasi die Bedingung für deren legalen Verkauf. Die Branche hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und unter anderem viele kosmetische und "Lifestyle"-Produkte hervorgebracht. In Österreich weist sie einen Jahresumsatz von 64 Millionen Euro auf und stellt 1500 Arbeitsplätze bereit, welche durch das Verbot gefährdet wären. Was denkt sich die EU-Kommission in einer Zeit, in der sämtliche Bereiche durch die (durchaus berechtigten) Covid-Maßnahmen kränkeln, eine der letzten funktionierenden Branchen zu zerstören? Der Hintergrund des geplanten Vorhabens der EU-Kommission dürfte demnach weniger in gesundheitspolitischen Interessen liegen. Vielmehr dürfte es darum gehen, die Wertschöpfung, die durch diese Branche entstand, den Apotheken und der Pharmaindustrie zu überlassen, welche bei Inkrafttreten des Verbots diese Produkte dann erzeugen bzw. vertreiben dürften. Die Politik zugunsten der Großkonzerne ist leider prägender Charakterzug dieser EU geworden, wodurch ich den Glauben an dieses "europäische Friedensprojekt" immer mehr verliere!

Thomas Sturm, 8020 Graz

Aufgerufen am 27.11.2020 um 03:43 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/raetselhafte-eu-kommission-oder-politik-fuer-multis-95491840

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