Leserbrief

Ratschlag an Kanzler Kurz

Ratschlag an Kurz betreffend seiner Frage in der Pressestunde vom 13. 1. 2019:

In der Pressestunde vom 13. 1. hat Herr Kurz folgende rhetorische Frage gestellt: "Wie soll ich einem Asylberechtigten in Wien, der 20 Jahre alt ist, und nicht arbeitet und Mindestsicherung bekommt, wie soll ich dem erklären, dass es sinnvoll ist, eine Lehrstelle anzunehmen, wenn er eine Lehrlingsentschädigung im ersten Jahr bekommt, die deutlich niedriger ist als die Mindestsicherung?"
Herr Kurz, das ginge sehr einfach. Sie müssten nur sagen: "Lieber Asylberechtigter, mit der Mindestsicherung allein bekommen Sie im Monat 863 Euro. Wenn Sie jetzt diese Lehrstelle annehmen, ist die Lehrlingsentschädigung zwar nur rund 600 Euro, aber Sie erhalten dabei nicht weniger, weil die Differenz zu den 830 Euro aufgestockt wird, und außerdem können Sie zusätzlich einen gewissen Teil ihres Lehrlingslohns behalten. Und vor allem - wenn Sie diese Lehrstelle annehmen, können Sie von Jahr zu Jahr mehr verdienen und Karriere machen. Dauernd mit 863 Euro in der Mindestsicherung hocken zu bleiben, das hat doch keine Zukunft."
Das ist ja das Prinzip der Mindestsicherung: Wenn jemand aus seiner eigenen Arbeit weniger Einkommen hat als den Mindestsicherungs-Betrag, so wird das auf den jeweiligen Mindestbetrag aufgestockt. Es wundert mich, dass Herr Kurz das vorgeblich nicht weiß.


Franz Kohl, 1010 Tuchlaben

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