Leserbrief

Recht auf freie Meinungsäußerung

Zum Leserbrief in den SN vom 25. 1. 19 "Lehrer lässt sich von der Behörde nicht zum Schweigen bringen":

Als Jurist bin ich über die Vorgangsweise der Salzburger Schulaufsichtsbehörde/Bildungsdirektion entsetzt. Man will Herrn Schnöll offensichtlich einen "Maulkorb" umhängen und zum Schweigen bringen. Hat der Herr Bildungsdirektor Mair noch nie von dem in der Europäischen Menschenrechtskonvention verbrieften Recht auf freie Meinungsäußerung gehört?

Auch die Nichtanhörung des Lehrers im Verfahren zur Notenkorrektur halte ich für verfehlt; die Schulaufsichtsbehörde missachtete den Grundsatz "Audiatur et altera pars" - Anhörung der "Gegenseite" - sträflich. Überdies stimme ich Herrn Schnöll zu, dass die Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) reformbedürftig ist. Vom Schulalltag entfernte und pädagogisch nicht versierte Beamte/Juristen sollten keine Möglichkeit haben, in die pädagogische Kompetenz von Lehrern einzugreifen und Noten zu korrigieren; als Jurist würde ich mir nie anmaßen, ein "Gut" auf ein "Sehr Gut" zu korrigieren. Das kann nur der Lehrer beurteilen.

Dr. Werner Schütz, 1130 Wien

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