Leserbrief

Rechtfertigung für Kinderbetreuung

Bezugnehmend auf den Beitrag "Nicht alle Kinder betreut, Landesrätin rügt Ortschefs" möchte ich folgende Stellungnahme abgeben:

Ich sehe das wie die Landesrätin, Kinderbetreuung ist oft noch eine Angelegenheit, wo Frauen (Familien) in eine Bittstellerinnen-Haltung kommen, wo sie x Mal rechtfertigen müssen, warum ihr Kind "so früh, so lang und so oft" betreut werden soll.

Ich arbeite seit 25 Jahren in der Frauenberatung und Frauen erzählen heute wie damals davon, wie sie sich für benötigte Kinderbetreuung rechtfertigen müssen. Leider nehme ich vielfach immer noch die Haltung war, dass die Zuständigen den Frauen grundsätzlich unterstellen, ihre Kinder "abschieben" zu wollen. Wo sind wir eigentlich? Immer allen das Negativste unterstellen ist eine sehr schlechte Haltung auch für das eigene Wohlbefinden!

Leider sitzen die Verantwortlichen am längeren Hebel, wenn es darum geht, den Frauen ein schlechtes Gewissen einzureden. Jede Mutter (und Vater) möchte in der Regel das Beste für ihr Kind!

Der Gipfel dieser leidigen Diskussion wird derzeit damit erreicht, dass wenn man/frau Homeoffice macht, dann keine außerhäusliche Kinderbetreuung in Anspruch genommen werden kann!

Glauben die Verantwortlichen wirklich, dass Homeoffice gleich Daumen drehen ist? Da würden sich die Dienstgeber schön bedanken! Also, werden am Tag die Kinder betreut, mit allem was dazugehört und in der Nacht arbeiten dann die Mütter am PC. Ist das Familie und Beruf vereinbaren können?

Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, ihre Mitmenschlichkeit üben und aktuellen Anforderungen nicht mit überkommenen Strategien begegnen. Und nicht zuletzt, auch die Betreuungseinrichtungen sind Arbeitsplätze!

Karolina Altmann-Kogler, 5500 Bischofshofen

Aufgerufen am 28.11.2020 um 01:14 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/rechtfertigung-fuer-kinderbetreuung-86453926

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