Leserbrief

Reisefreiheit in der EU

Ich war als Student fast ein Jahr in Moskau am Akademie-Institut für Mathematik, tiefe CCCP! Nicht nur in der Prawda und im Radio erfuhr man täglich die Vorteile der SU. Sicherheit, Reisefreiheit im Staatsbereich, materielle Sicherheit etc. Ein Balte konnte im Kaukasus Ski fahren, ein Moldawier in Tadschikistan einen Siebentausender wie den Pik Stalin besteigen, ganz ohne Reisepass. In Moskau gab es ein grusinisches Geschäft mit Spezialitäten aus Tiflis und den Rotwein, es gab ethnische Restaurants, wo man usbekischen Plow (= Pilaw) und Hammelgerichte essen konnte. Ich habe in Alma-Ata (= Vater der Äpfel) kasachische Manty (Teigtaschen) gegessen und Gasli Suff getrunken. Gasli Suff ist Sodawasser in dieser Turksprache. Con Gas/sin Gas in der EU. Ich wurde mit einem "hosch kelibsis "-Transparent empfangen, herzlich willkommen. Warum ist bei diesen großartigen Vorzügen die SU zerbrochen? Zur Reisefreiheit in der EU: Ich war kürzlich ein paar Tage auf Korsika. Am Salzburger Flughafen musste ich beim Einchecken, dann bei der Sicherheitskontrolle und auch beim Betreten der Kabine meinen Pass herzeigen. Bei der Einreise in Calvi wieder Passkontrolle, der Pass wurde gescannt und es wurde geprüft, ob ich nicht der lang gesuchte Eierdieb aus Grönland und als Tourist getarnt bin. Offenbar wurde ich auch fotografiert, da mich der Beamte ins rechte Licht rückte. Das ging allen ankommenden Fluggästen so.
em. O. Univ.-Prof. Dr.

Peter Zinterhof sen., 5020 Salzburg

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