Leserbrief

Retten Schüler unsere Welt?

Wenn Schülerinnen und Schüler für Klimaschutz und Energie sparen auf die Straße gehen, das hat schon etwas, ergo kann man auch nicht zum Alltag übergehen. Die Frage ist, warum wir Erwachsene nicht schon längst etwas dagegen unternehmen. Eine Konferenz jagt die andere, von Paris nach Katowice, um jedes Mal festzustellen, dass nichts oder sehr wenig umgesetzt wurde und alles nur leere Kilometer sind. Auch Österreich verfehlt bekanntlich die Klimaschutzvorgaben und die in Paris ausgehandelten Ziele sind so für die Katz. Ist es nicht beschämend, dass erst der Protest einer 16-jährigen namens Greta notwendig ist, um endlich zu reagieren und der Bedrohung "Klimawandel" gegenzusteuern.
Es ist ein Thema, das die ganze Menschheit - ohne Ausnahme - betrifft. Friedliche Demonstrationen sind eine gute Sache, dann aber müssen Taten folgen, d.h. es gilt nicht nur aufzuzeigen, es gilt beispielhaft voranzugehen. Einsparungen gehen meistens mit Verzicht einher und man muss zu allererst bei sich selbst beginnen. Es beginnt bereits im Kleinen.
Es heißt also, das Alltagsleben unserer Wegwerfgesellschaft zu ändern; folglich raus aus der Komfortzone! Bewusst Einkaufen, die umweltschonende Stofftasche muss cooler sein als eine Plastiktüte. Wenn Fenster geöffnet werden, Heizung aus! Eine wohltuende Dusche muss nicht unbedingt 25 Min. dauern, 10 tun´s auch! Bei Klamotten nachhaltige Materialien verwenden und "Made in Austria" bevorzugen. Wegen 200 Meter nicht das Auto starten, sondern zu Fuß gehen usw.
Nur aufzeigen und Änderungen ausschließlich von anderen zu verlangen, ist zu wenig. Ihr seid erwachsen genug, um zu demonstrieren, ihr seid aber auch erwachsen genug, um Änderungen bewusst - beginnend bei euch selbst - herbeizuführen. Und eines ist klar: "Ihr, die ihr heute auf die Straße geht, seid die Entscheidungsträger von morgen."

Renate Ratzenböck, 5723 Uttendorf

Aufgerufen am 17.10.2019 um 02:23 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/retten-schueler-unsere-welt-67596307

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