Leserbrief

Richtige Berechnung der Abstandsmaße

Die Kultusministerin aus der sich als christlich bezeichnenden ÖVP hat den Platzbedarf für den Kirchenbesuch von 20 m2 im Gleichklang mit der Bedingung für den Handel halbiert und zusätzlich einen Zwei-Meter-Abstand in Kirchen mit Nase-Mund-Schutz, aber nur einen Meter in Geschäften und zwischen Tischen in Gasthäusern ohne Maske verlangt. Wo sind in Kirchen Verkaufsregale, der Kassenbereich, Verkaufstheken oder Wirtshaustische, die eine Gleichbehandlung, die eine Schlechterstellung der Kirchen ist, rechtfertigen? Dass Politiker keinen Befähigungsnachweis erbringen müssen, ist ein offenes Geheimnis. Darunter fallen meines Erachtens auch elementare Mathematikkenntnisse, wie sie von Abgängern einer NMS verlangt sind, die eine Kreisfläche berechnen können müssen. Ein Kreis mit zwei Metern Radius weist gerundet eine Fläche von zirka 12,57 m2 und nicht 10 m2 auf. Anders gesagt: Mit 10 m2 pro Person kann ein Zwei-Meter-Abstand nicht eingehalten werden. Dieser Widerspruch hätte den Beratern der Ministerin und der Bischofskonferenz auffallen müssen. Ein Meter Abstand benötigt eine Fläche von rund 3,14 m2 und 7,07 m2 sind bei 1,5 m Distanz nötig. Wenn im Finanzministerium nicht besser gerechnet wird als im Kultusministerium, mache ich mir noch mehr Sorgen um die Rückzahlung der coronabedingten Schulden. Ich halte mich an den ersten Satz nach dem Doppelpunkt in der Bibel, Lk 23,34.


Josef Weisleitner sen., 6020 Innsbruck

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