Leserbrief

Rise and Shine, liebe Frauen

Schluss jetzt. Schluss mit diesem Licht nirgends hin, aber Hauptsache unter den Scheffel stellen. Schluss mit Forderungen, die Politik müsse uns endlich wahrnehmen. Schluss mit der illusionären Idee der Wahlfreiheit bei Karenzmodellen, denn die Lebensrealität bietet ausschließlich Wahlmöglichkeiten - oder will ernsthaft jemand behaupten, eine Alleinerziehende (und -verdienende!) kann mir-nix-dir-nix daheim bleiben. Am Weltfrauentag, anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrechtes sage ich: Frauen, steht zu euch. Wir Frauen müssen uns endlich einen Wert geben - wir leisten einen wertvollen Beitrag, daheim bei den Kindern, oder im Job, mit Fremdbetreuung. Ich vermisse die schwesterliche Solidarität - wir zeigen mit den Fingern auf andere, versuchen nicht zu verstehen. Warum sollte eine Mutter, die arbeiten geht, schlechter sein? Und warum sollte die, die daheim bleibt, ihre "Karriere opfern" und "nur" Mama sein? Ich brauche kein Berndorfer Modell - ich brauche einen Mann, der anpackt.... und ehrlicherweise brauche ich auch niemanden, der mir Beifall klatscht, für das, was ich jeden Tag leiste. Das tut zwar gut, macht mich aber, wenn man es genau bedenkt, zum Objekt von Bewertungen - und das waren Frauen lange genug. Wir sind Managerinnen, Psychologinnen, Ärztinnen, Heilerinnen, Pädagoginnen, Entertainerinnen, Köchinnen, Hausdamen, wenn's sein muss, Gärtnerinnen, Freundinnen, Partnerinnen, Begleiterinnen, ... kein Compensation- und Benefit-Modell eines Unternehmens könnte diese Qualifikationen je abdecken. Rise and shine, liebe Frauen! Wir können es uns wert sein.

Dr. Stefanie Trtan, 5020 Salzburg

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