Leserbrief

Roma-Siedlungen in Osteuropa

Zum Leserbrief: "Statt Geld nur Nahrungsmittel" (Werner Eichinger, SN vom 21.3.19):

Herr Eichinger hat, so muss ich annehmen, zweifelsohne Rumänien häufig besucht und so die "riesigen (durch Bettler finanzierten) Villen, Schlösser und Anwesen" persönlich entdeckt. Es ist nur unverständlich, dass er dieses Wissen nicht unserer Exekutive zur Verfügung stellt, die offenbar diesen "Hintermännern (Mafia)" nicht gewachsen ist. Diese Verweigerung lässt ihn doch ein wenig als "Schlechtmensch" erscheinen. (Wo es - wenn auch nur wenige, wie Herr Eichinger feststellt - "Gutmenschen" gibt, muss es ja logischerweise auch "Schlechtmenschen" geben!)
Mir bekennenden "Gutmenschen" hat das entsetzliche Elend in den Roma-Siedlungen (übrigens auch in der Slowakei), das ich mir so in Europa vorher nicht vorgestellt habe, geradezu ein schlechtes Gewissen bereitet, selbst so im Luxus zu leben. Ich weiß natürlich, dass es nicht möglich ist, alles Elend dieser Welt auf unsere Schultern zu nehmen. Aber ist es notwendig, stattdessen so zu hetzen? Hätte mich das Schicksal in eine solche Siedlung ohne Wasser, ohne Strom und vor allem ohne Kanalisation geworfen, so würde ich selbstverständlich mangels anderer Erwerbsmöglichkeiten auch zum Betteln nach Salzburg fahren - mit und ohne Mafia, allein aus Verantwortung meiner Familie gegenüber.

Olaf Arne Jürgenssen, 5342 Abersee

Aufgerufen am 29.11.2020 um 09:35 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/roma-siedlungen-in-osteuropa-67952959

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