Leserbrief

Rotzfreche Mailanfrage

Rotzfrech, könnte man auch mit ausfallend, beleidigend oder dreist umschreiben. Was war passiert? Ein Mitarbeiter eines städtischen Seniorenheimes hat sich via Mail bei Herrn Preuner erkundigt, warum die Auszahlung der "Corona-Helden-Prämie" unterschiedlich gehandhabt wird.

Wir erinnern uns, während des Lockdowns wurden zahlreiche Berufsgruppen zu Helden erkoren und beklatscht und es wurde versprochen, dass sie eine finanzielle Abgeltung erhalten werden. Offensichtlich ist die Heldenprämie (noch) nicht bei allen angekommen und daher wohl die schriftliche Anfrage. Wie heute üblich, kurz, bündig und ohne vollständige Anrede. Mag sein, dass das ganze aus bildungssprachlicher Sicht nicht wirklich formvollendet geschehen ist, trotzdem muss es erlaubt sein, nach Monaten nachfragen zu dürfen.

Wenn nun der Herr Büroleiter mit Absegnung durch den Herrn Stadtchef von mangelndem Respekt spricht und darüber hinaus auch noch ersucht, den Herrn Bürgermeister mit derartigen Schreiben (Stil und Inhalt betreffend) hinkünftig nicht mehr zu behelligen, finde ich, ist das nicht wirklich förderlich für ein gutes Arbeits- und Gesprächsklima innerhalb der Firma "Stadt". Ein anderer Begriff für "behelligen" ist "nerven oder belästigen". Wenn eine Anfrage schon zu viel ist, bitte ich, mich hinkünftig mit jedweder Wahlwerbung (Stil und Inhalt betreffend) ebenfalls zu verschonen.

Wollten wir nicht alle durch Corona näher zusammenrücken, solidarisch sein? Höflichkeit und Respekt - gesprochen oder geschrieben - sind wahre Türöffner; fehlen diese Werte, gehen sie schneller zu, als uns lieb ist.

Renate Ratzenböck, 5723 Uttendorf

Aufgerufen am 30.11.2020 um 12:20 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/rotzfreche-mailanfrage-93167509

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