Leserbrief

Ruhestörung Gnigler Friedhof

Am 15. 1. habe ich nach den großen Schneemengen wieder einmal das Grab meines vor zwei Jahren verstorbenen Vaters aufgesucht. Gerne habe ich dabei - wie vermutlich die Mehrheit jener Personen, die jemand Nahestehendes besuchen - meine Ruhe. Daher kommt vermutlich auch das Wort: FRIEDhof.
Der Gnigler Friedhof ist durchzogen mit einem Fussweg von Ost nach West, was einem erlaubt, vom Gnigler Park direkt in die Versorgungshausstraße zu gehen anstatt den Umweg über die Minnesheimstraße zu machen.
Jeder ist herzlich willkommen, diesen Weg zu benutzen - allerdings habe ich gröbste Probleme damit, wenn es respektlose Personen sind.
Ein österreichisches Paar, ca. 40-45 Jahre, kam den Weg von Westen - sie lautstark telefonierend. Sie blieben direkt auf meiner Höhe stehen, wobei das Grab meines Vaters ca. 25-30 Meter entfernt liegt. Die Dame sprach derart laut ins Telefon, dass ich ihr mit einer Handbewegung nach unten deutete, sie möge doch etwas leiser sprechen. Nachdem mich beide verständnislos anblickten, flüsterte ich: Wir sind hier auf einem Friedhof.
Was daraufhin passierte, lässt mich ernsthaft an der Zurechnungsfähigkeit meiner Mitbürger zweifeln. Die Dame telefonierte noch lauter weiter und beschwerte sich bei der an der Leitung seienden Person, sie werde getadelt, weil sie auf einem Friedhof ist. Der Mann brach in schallendes Gelächter aus, begann mich quer über die Gräber anzuschreien und mich auszulachen und erklärte, er könne nicht glauben, welch peinliche Personen es gibt.
Jetzt frage ich Sie - wer ist hier peinlich und absolut respektlos? Muss man sich dieses Verhalten an einem designierten Ort der Stille bieten lassen?

Mag. Sandra Maureder, 36 Jahre, 5023 Salzburg

Aufgerufen am 29.09.2020 um 01:22 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/ruhestoerung-gnigler-friedhof-64663207

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