Leserbrief

Russisches Gas oder doch lieber Windenergie?

Derzeit hängt Österreichs Wärmeversorgung extrem stark von Importen aus Russland ab (Gas und Öl). Unsere Stromversorgung hängt im Winter stark von importiertem Kohlestrom ab (in Salzburg noch stärker als im Rest Österreichs). Beides ist für mich und viele andere mittlerweile völlig inakzeptabel, wir brauchen Alternativen. Photovoltaik ist eine tolle Technologie für die 8 wärmeren Monate und für südlichere Länder, kann aber in unseren Breiten im Winter keinen starken Beitrag liefern (nur ein Viertel des Sommerertrags). Biomasse, hauptsächlich in der Form von Pellets und Hackschnitzel, ist äußerst wertvoll und wird wesentlich zum Ausstieg aus fossiler Wärme beitragen können, wenn wir mit Wärmedämmung und klügerer Nutzung den Verbrauch reduzieren. Wasserkraft ist schon zu ca. 80% ausgebaut und auch im Winter schwächer als im Sommer. Wasserstoff kann uns auch nicht retten (extrem energieaufwendig und viel zu teuer). Für die Stromversorgung bleibt aber noch die Windenergie, die wir auch in Salzburg ausbauen müssen. Windenergie liefert mehr Winterstrom als Sommerstrom und Winterstrom ist viel wertvoller als Sommerstrom, was sich bald auch in den Strompreisen ausdrücken wird (im Großhandel ist das schon länger so). Windräder haben eine Lebensdauer von rund 30 Jahren und erzeugen in dieser Zeit ein zigfaches ihres Errichtungsaufwandes. Jedes kann rund 1500 Haushalte versorgen. Wenn wir in 30 Jahren eine bessere Technologie haben, werden sie abgebaut und nicht mehr ersetzt. Die ästhetischen Probleme, die einige mit Windrädern haben, wiegen bei weitem nicht so schwer wie die ökologischen und menschenrechtlichen Probleme mit Kohle und Gas.


Mag. Rudolf Frauenschuh, 5101 Bergheim

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