Leserbrief

Russland nicht provozieren

Der große US-Historiker und Diplomat George F. Kennan nannte die einstige Entscheidung der USA, die NATO bis an die Grenzen Russlands zu erweitern, für den verhängnisvollsten Fehler der amerikanischen Politik der letzten 30 Jahre. Dass sich Präsident Putin eingekreist und umzingelt fühlt, ist nachvollziehbar. Im Westen Russlands drängt nämlich die europäische NATO immer weiter Richtung Russland und im Osten stehen die mächtigen NATO-Staaten USA und Kanada. Wer aber dauerhaften Frieden in Europa möchte, darf den russischen Bären nicht provozieren und ihn in die Enge treiben. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, wenn die USA weiterhin versuchen, die früheren Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien in die NATO aufzunehmen.

Eine NATO-Osterweiterung bis vor die Haustür Russlands wäre nicht nur strategisch kurzsichtig, sondern auch im höchsten Maße unanständig, denn sie wurde bekanntlich nur durch das großzügige Verhalten der russischen Führung in der Frage der deutschen Wiedervereinigung möglich. Dass Putin Sicherheitsgarantien fordert, ist verständlich. Für den Weltfrieden ist es daher von essenzieller Bedeutung, eine faire Partnerschaft mit Russland zu suchen. Gegenseitige Sanktionen sind hingegen völlig kontraproduktiv und schaden in einer globalisierten Welt letztlich uns allen.

Ingo Fischer, 9473 Lavamünd

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