Leserbrief

Sachliche Diskussion auf Augenhöhe

Schon das Wort "Impfmoral" zeigt das Wesen des Konflikts zwischen Impfbefürwortern und Impfgegnern auf. Ich bin nicht prinzipiell gegen Impfungen, darf aber als mündige Bürgerin wesentlichen Eingriffen in meine körperliche Integrität kritisch gegenüberstehen, ohne in diesem Sinn "unmoralisch" zu sein.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Haltung von Ärzteschaft bzw. Impfbefürwortern gegenüber jeglicher Art von Vorsicht oder Einwand seitens der Impfskeptiker von herablassendem Wohlwollen, Überheblichkeit bis zum (verbalen) persönlichen Angriff reicht - womit die Behauptung, impfskeptische Menschen seien unsachlich und vernünftigen Argumenten nicht zugänglich, doch in einem anderen Licht erscheint.
Impfskeptikern bzw. Nichtgeimpften das fahrlässige in Kauf nehmen einer Ausbreitung von Infektionen zu unterstellen, geht ebenso an einer seriösen Debatte über das Thema vorbei wie die Annahme, dieser Personenkreis sei durch finanzielle Anreize zu überzeugen. Damit wird unterstellt, dass mir meine oder die Gesundheit meiner Kinder den vergleichsweise geringen Aufwand nicht wert ist, was für mich knapp am Tatbestand der üblen Nachrede vorbeigeht.
Ich wünsche mir seit Jahren eine sachliche Diskussion auf Augenhöhe statt polemischer Panikmache, mit umfassender und objektiver Information über alle Vor- und Nachteile einer Impfung und keine als Patientenaufklärung getarnten
Werbeveranstaltungen.


Elisabeth Pfanner, 8943 Aigen

Aufgerufen am 21.10.2020 um 05:21 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/sachliche-diskussion-auf-augenhoehe-65204476

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