Leserbrief

Sag mir, wo die Blumen sind ...

Ich erinnere mich an früher: Zum Muttertag ging ich mit unseren Kindern am Morgen einfach raus, um in einer Wiese einen Strauß Blumen für ihre Mutter zu pflücken.
Unsere Enkel können das nicht mehr, weil die Vielfalt der Blumen stark abgenommen hat. Bei einer Fahrt durch unser Bundesland sieht man zwar überall grüne Wiesen, jedoch kaum mehr eine Margerite oder eine Glockenblume. Will man heute einen Blumenstrauß pflücken, muss man schon lange suchen. Nur mehr vereinzelt, in steileren und zum Teil schwieriger erreichbaren Lagen, sind noch wirklich schöne Blumenwiesen vorhanden.
Vorausschauende Politiker haben diese Wiesen schon vor vielen Jahren unter Schutz gestellt, wodurch sie, wenigstens zum Teil, bis heute erhalten blieben. Nun plant jedoch das Land offenbar eine Änderung des Naturschutzgesetzes, die es den Landwirten ermöglicht, ihre Gülle auch in die letzten Blumenwiesen zu versprühen. Ich kann nur hoffen, dass sich die Politiker diese Änderung des Naturschutzgesetzes nochmals gründlich überlegt, damit auch unsere Enkelkinder noch einen Blumenstrauß pflücken können.


Werner Gantschnigg, 5700 Zell am See

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