Leserbrief

Schauen auf nächste Generationen

Wie viele Jahre sollen noch verstreichen, bevor sich etwas rührt? Die Generation, die in den 1950er- und 60er-Jahren kommentar- und tatenlos alle Straßen- und Lokalbahnlinien (z. B. Ischlerbahn) dem Autowahn geopfert hat, möchte uns jetzt mit mehr als fadenscheinigen Ausreden den dringend benötigten Fortschritt verwehren und tritt gegen die Lokalbahnverlängerung ein. Na und, dann kostet das Projekt halt viele Millionen Euro. In Skigebiete wird auch Steuergeld gepumpt und dabei die Natur nachhaltig zerstört, das kümmert aber niemanden! Beim öffentlichen Verkehr dagegen wird jeder Cent Investition als zu viel angesehen. Durch die Schaffung eines ordentlichen Regional-Stadtbahn-Netzes kann sich der Großraum Salzburg für die Zukunft wappnen. Doch so dahinzuwurschteln wie jetzt wird auf Dauer nichts bringen. Armes Salzburg, hast du aus der Vergangenheit denn gar nichts gelernt? Investitionen sind zukunftsorientiert, aber diese Weitsicht gibt es wohl in den wenigsten Köpfen, auch bei den Medienvertretern nicht. Es wird gehetzt, was die deutsche Sprache hergibt. Sind die Menschen nur zufrieden und glücklich, wenn sie stundenlang im Stau stehen, über den öffentlichen Verkehr schimpfen können und irgendetwas zum Sudern, Sempern, Lamentieren und Krakeelen haben? Jetzt kommt endlich ein junger Verkehrslandesrat und handelt. Zusammen werden Stadt und Land mit Geldmitteln aus Wien endlich etwas in Bewegung setzen und die Lokalbahn weiterbauen, was in den 90ern verabsäumt wurde. Beim Mirabellplatz darf und wird nicht Schluss sein, sonst wäre das sinnlos. Auch das hat der Jungpolitiker erkannt. Er wird sich mit der "Schnöllbahn" nicht selbst ein Denkmal setzen wollen, sondern für die nächsten Generationen Verbesserungen schaffen.

Dkfm. Sebastian Krackowizer, D-82447 Spatzenhausen

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