Leserbrief

Scheinheiligkeit um Grenzöffnung

Ich bin Deutscher, lebe in Puch, meine Frau und Kinder sind Österreicher. Dringend muss ich die Urne meiner Mutter in Deutschland würdig beerdigen, die Wohnung räumen und den Verpflichtungen meiner verstorbenen Mutter nachkommen. Dauer: vier Tage inklusive Reise. Die Diskussion, dass Deutschland unbedingt die Grenze für das gemeinsame Leben und den Tourismus öffnen soll, ist richtig und zugleich scheinheilig. Während ich ab dem 15. 5. ungehindert nach Deutschland darf, wird es mir aber verboten, bis zum 31. 5. ohne Quarantäne wieder nach Österreich zu kommen, in die Heimat meiner Frau und Kinder.

Während man hier die strikte Schließung der deutschen Grenze kritisiert, mitunter peinlich emotionalisiert, ist man voll des Lobes über die "eigene" Leistung und vergisst, dass man hüben lobt, was drüben schlecht ist! Ein Reflex, den man in Österreich leider sehr oft feststellen kann . . . wir machen es besser als die. Wie gesagt, die Grenze meiner Wahlheimat Österreich bleibt bis zum 31. 5. geschlossen. Warum?


Andreas Burbach, 5412 Puch

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