Leserbrief

Schienenverkehr statt LKW Fernverkehr fördern

Zu "Der Güterbahn fehlen Anschlüsse" (SN v. 10. 1.):

Seit einem halben Jahrhundert ist dieser Trend zu beobachten. Bahnanschluss ist für Betriebe kaum noch ein Kriterium - der LKW ist zu billig und zu rasch. Ein Dieselpreis von fünf Euro hätte kaum eine Wirkung. Eine Verdoppelung der Gehälter für die Fahrer würde etwas mehr bringen, aber auch keine massive Verschiebung. Bleibt noch die Variante die Grenzen innerhalb der EU wieder hoch zu ziehen und die Anzahl der LKW dort zu kontigentieren.

Alternativ zu diesen legistischen Restriktionen wäre die Aufrüstung der Bahn. Neue Strecken mit geringerer Steigung steigern die Konkurrenzfähigkeit nur minimal, da müsste ja in flachen Ländern der Modal Split deutlich besser sein. Die automatische Kupplung würde das Rangieren der Waggons zwar etwas billiger machen, aber die Güterwagons würden ihre Ziele kaum rascher erreichen. Dazu kommt noch das Problem mit den fehlenden Gleis-Anschlüssen. Mit einer radikal neuen Umschlagtechnik könnte die Bahn dem LKW die Stirn bieten. Alles was in einem herkömmlichen LKW transportiert wird, kann auch in einem Container oder Wechselaufbau transportiert werden. Diesen Behältern müsste man "das Umsteigen" beibringen. Dafür gibt es seit 40 Jahren ein Patent "System Ringer". Mit zuglangen horizontalen Umschlaganlagen könnten Züge innerhalb weniger Minuten komplett umgeschlagen werden. Die Oberleitung ist bei diesem System keine Hürde. Die Ladungen könnten also in jedem Bahnknoten "umsteigen", die ersten und letzten 20 bis 50 km würden per LKW zurückgelegt. Es gäbe keinen vernünftigen Grund mehr für LKW Fernverkehr!


DI Manfred Uttenthaler, 8053 Graz

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