Leserbrief

Schmeckt uns eigentlich das Essen noch?

Klimawandel hat nicht nur ein Gesicht, Klimawandel hat viele Facetten. Dazu gehört auch, dass zahlreiche Lebensmittel zweimal rund um den Globus oder zumindest durch halb Europa hin und her kutschiert werden. Ist das notwendig? Wie viele sinnlose Energie wird dadurch verbraucht?
Was liegt also bei genauem Hinsehen auf dem Teller? Fisch und Brotteiglinge aus China, Butter aus Norddeutschland, Kalbfleisch aus den Niederlanden, Fisolen aus Kenia und so weiter und so fort. Man muss sich wirklich die Frage stellen: "Wollen wir das?" Wenn nicht, muss jeder einzelne gegensteuern.
Bei Eintritt in die EU wurde Österreich mehrfach als Feinkostladen bezeichnet. Was ist davon übrig geblieben? Damals waren wir stolz auf unsere eigenen Produkte, dahin müssen wir wieder kommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kalbfleisch, wenn das Kalb eine Alm schon mal gesehen hat, trotz etwas stärkerer rosa Färbung wesentlich besser schmeckt, als von einem ausländischen Mastbetrieb. Auch die Schweinehaltung, wo ein Schwein gerade mal 0,75 m² Fläche zur Verfügung hat, lehne ich ab. Lieber etwas weniger auf dem Teller, dafür qualitätsvoller und vom Bäcker, vom Metzger, vom Gemüsehändler meines Vertrauens vor Ort.
Nur mit entsprechender Achtsamkeit und Wertschätzung der Lebensmittel "durch jede einzelne Person" wird es gelingen gegenzusteuern. Der Kunde ist König und der Handel reagiert prompt, wenn im Regal Lebensmittel nicht verkäuflich sind. Wie gesagt, der Klimawandel hat viele Facetten.

Renate Ratzenböck, 5723 Uttendorf

Aufgerufen am 20.10.2020 um 09:13 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schmeckt-uns-eigentlich-das-essen-noch-69207145

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