Leserbrief

Schnellfahren wird oft verherrlicht

Wieder bedurfte es des traurigen Anlasses eines tödlichen Unfalls, damit dem Thema Autoraserei erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Es ist höchst an der Zeit, die Bestimmungen für die Mindest- und Höchststrafen sowie den Führerscheinentzug bis hin zur Abnahme des Fahrzeugs zu verschärfen und Toleranzgrenzen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen einzuschränken.

Daneben ist es aber auch notwendig, den Blick auf eine Gesellschaft zu richten, die da und dort ein verantwortungsloses Verhalten auf den Straßen begünstigt. Wenn man nur an die indirekte Verherrlichung des waghalsigen Schnellfahrens in der Werbung mancher Autohersteller oder an die in Filmen dargestellte Autoraserei, womöglich bei gleichzeitiger Handybetätigung, denkt, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies für manche risikobereite Autofahrer "vorbildhaft" ist.

In diesem Zusammenhang verweise ich auch auf Aussagen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit in den SN vom 1. 3. 2021, wonach besonders bei manchen Männern in der Altersstufe zwischen 17 und 25 Jahren mangelnde Reife und Aggressionsabbau zu erhöhter Risikobereitschaft führen. Das kann sich dann in fataler Weise auf das Gaspedal übertragen.

Ich meine also, dass sowohl die Autohersteller als auch die Filmindustrie gefordert sind, sich im Interesse der Verkehrssicherheit in diesem Bereich eine Selbstbeschränkung aufzuerlegen, wobei ich hier durchaus auch die öffentlichen Fernsehanstalten in der Mitverantwortung sehe.


Georg Weigl, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 17.10.2021 um 09:00 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schnellfahren-wird-oft-verherrlicht-100935154

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