Leserbrief

Schnelltests beim Hausarzt

Unsere Ordinationen und Spitäler sind Corona-sicher - sieben Mediziner appellieren in einer Pressekonferenz an das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit beim Arztbesuch. Das ist gut und schön, aber wie sieht die Realität aus? Bis dato ist nicht definitiv beschlossen, geschweige denn finanziert, dass die Hausärzte mit der Durchführung der Schnelltests betraut werden.

Dabei wäre die konkrete Vorgehensweise so einfach: Der Patient mit Infekt ruft beim Hausarzt an, ein Termin wird vereinbart, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen werden getroffen (kein Kontakt zu anderen Patienten, kein Aufenthalt im Wartezimmer, Maske, entsprechende Schutzkleidung für involviertes Personal und Arzt/Ärztin). Anschließend wird der Patient klinisch untersucht. Kann COVID-19 klinisch nicht ausgeschlossen werden, erfolgt die Abnahme des Abstriches zum Schnelltest (Antigen-Test). Ist dieser negativ, erfolgt die übliche Behandlung des Infektes durch den Hausarzt. Bei positivem Ergebnis: PCR-Tests in Praxis oder bei Abnahmestelle, Quarantäne bis PCR-Test-Ergebnis vorhanden und weiteres Vorgehen laut den Vorgaben der Behörde mit begleitender hausärztlicher Betreuung.

Auch bei Kontaktpersonen können Schnelltests in der Ordination gemacht werden. Asymptomatische Personen ohne Kontakt müssen nicht getestet werden. Taten statt Reden sind nun angesagt, es ist 5 vor 12! Wir Hausärzte appellieren an die Politik, die entsprechenden Strukturen und Utensilien bereitzustellen und eine Finanzierung zu gewährleisten.


Dr. Erwin Rebhandl, Arzt für Allgemeinmedizin, 4170 Haslach

Aufgerufen am 30.11.2020 um 12:04 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schnelltests-beim-hausarzt-93183775

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