Leserbrief

Schönheit in Coronazeiten

Es ist Nachmittag. Ich schaue aus dem Fenster in den Garten, blaue Töpfe prall gefüllt mit gelben, wunderschönen, blühenden Narzissen, blau-weiß gemusterten kleinen Stiefmütterchen, vielen leuchtenden Schlüsselblumen. Die lilafarbenen Knospen des Magnolienbaums warten auf ihren Auftritt.
Im efeuumsponnenen alten Fliederbaum baut eine Amsel eine Kinderstube für ihre Jungen. Flügelschlagend schwirrt sie empor auf der Suche nach Bauwerk für das Nest. Findet Blätter, kleine Zweige, auch ein weißes Seidenbändchen, welches ich im Sommer verloren habe.
Das leise Säuseln des Windes bewegt die Meisenknödel, die dem Buntspecht nicht nur als Futterquelle, sondern auch als Schaukel dienen. Wie schön dieser Vogel ist, mit seinem rot-schwarz-weißen Federkleid.
Ich denke mir, ja, so ein Kleid in diesen Farben würde ich auch gerne tragen. Ja, wenn diese düstere Coronawolke sich auflöst und die Sonne ihre goldenen Strahlen in der ganzen Welt verteilt und alle Menschen wärmt, damit die tiefen Wurzeln der Hoffnung wieder keimen!
Lasst uns zusammenhalten!
Lasst uns einander helfen!
Lasst uns aufeinander Rücksicht nehmen!
Lasst uns gedanklich ein breites, regenbogenfarbenes Band nach Italien schicken, mit der Aufschrift: "Andrà tutto bene" (Alles wird gut).

Traudl Wimmer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 27.10.2020 um 07:46 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schoenheit-in-coronazeiten-86792833

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