Leserbrief

Schulden, die schon jedes Baby hat

Diese in Leserbriefen und bei teuren Beschlüssen des Parlaments geäußerte Behauptung ist zu hinterfragen! Im kürzlich veröffentlichten Bundesrechnungsabschlusses des Rechnungshofs für 2018 ist anderes zu
lesen: Beispielsweise eine nach wirtschaftlichen Kriterien gravierende Überschuldung der Republik, den rund 100 Milliarden Euro Bundesvermögen stehen nämlich satte 254,7 Milliarden Euro "Fremdmittel" gegenüber, davon 211 Milliarden Euro Finanzschulden des Bundes. Dazu kommen 100 Milliarden an Haftungen, die aber nicht unbedingt schlagend werden müssen.
Oder die Belastungen für zukünftige Finanzjahre von 124 Milliarden Euro laut Rechnungshof. Das sind bereits fix beschlossene künftige Ausgaben, für die eine Finanzierungen noch nicht existiert oder die entsprechenden Kredite noch nicht aufgenommen sind. Zwei Beispiele: die Eisenbahn-Infrastrukturprojekte (35,5 Milliarden Euro) oder die jährlichen Zinszahlungen für die Staatsschuld (derzeit 58 Milliarden Euro).
Jedes Baby hat somit, in dem angeblich reichen Land, bei der Geburt schon Schulden mitbekommen: 23.900 Euro Bundesschuld, 14.090 Euro Verpflichtungen zu Lasten künftiger Finanzjahre und 11.300 Euro an Bundeshaftungen. Dazu kommen unter anderem noch Verbindlichkeiten des Landes und der Sozialversicherung und Schulden für zugesagte, aber nicht gedeckte Pensionsverpflichtungen.
Österreich lebt recht gut auf Kosten künftiger Generationen, aber als Wirtschaftsbetrieb müsste es wahrscheinlich Konkurs anmelden!

Mag. Reinhard Fischill, 1150 Wien

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