Leserbrief

Schuldzuweisungen sind fehl am Platz

Es ist erschreckend, wenn man beobachtet, wie manche auf diese Seuche reagieren. Schadenersatzklagen, Schuldzuweisungen an Ischgl, Tirol oder wie im SN-Lokalteil vom 4. April ("Deutsche Behörden führen mehr als 200 Fälle auf Salzburg zurück") an Salzburg.

Da wird versucht, aus der Katastrophe auch noch Profit zu schlagen. Schuldige werden gesucht, Klagen vorbereitet. Diesen Virus hat die Natur hervorgebracht, also ist sie Schuld, Punkt!

Ohne Zweifel wurden Fehler gemacht, daraus werden Lehren für zukünftige Fälle zu ziehen sein. Einklagen von Schadenersatzleistungen und gegenseitige Verurteilungen sind fehl am Platz. Im Nachhinein ist auch ein Peter Kolba immer gescheiter. Niemand weiß, wer diesen Virus nach Europa eingeschleppt hat, und es macht auch keinen Unterschied. In China ist der erste Fall im November bekannt geworden. Ende Dezember wurde der Virus in Wuhan auffällig und führte im Jänner zu den bekannten Quarantänemaßnahmen. In dieser Zeit hat vielleicht ein deutscher Ingenieur auf Dienstreise, ein Italienischer Urlauber oder ein norwegischer Handelsreisender, der nach seiner Rückkehr dann im Jänner Urlaub in Ischgl machte, den Virus eingeschleppt. Vielleicht sind schon im Jänner zig ältere Menschen am Virus gestorben, als Ursache wurde aber eine Lungenentzündung diagnostiziert, weil kein Mensch an Corona dachte, geschweige denn testete. Wir wissen es nicht, und es macht keinen Unterschied.

Hört auf, aus der Not vieler Profit zu schlagen. Helft lieber, diesen Virus so rasch wie möglich zu besiegen. Und hört endlich auf, ständig einen Schuldigen zu suchen, nur um vielleicht von der eigenen Unzulänglichkeit und den eigenen Fehlern abzulenken.

Stefan Haselwanter, 5071 Wals

Aufgerufen am 29.11.2020 um 05:50 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schuldzuweisungen-sind-fehl-am-platz-86364307

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