Leserbrief

Schule: Kommunikations-Wirrwarr

Die Inzidenzzahlen der 10-bis 14-jährigen sind exorbitant im Steigen. Die grassierende Corona-Variante macht Schüler zu Superspreadern. Bundesregierung und Landeshauptleute verordneten letztendlich gemeinsam den bundesweiten Lockdown. Dennoch lässt Bildungsminister Faßmann Österreich wissen: An den Schulen herrscht Präsenzunterricht ohne Präsenzpflicht für die Schüler. Eltern entscheiden, ob ihre Kinder daran teilnehmen oder den Distanzunterricht wahrnehmen. Da kenne sich noch irgendjemand aus!
Apropos, bis zu 80% der Schüler waren am ersten "Lockdownschultag" in den Schulen anwesend. Infizierte Präsenzschüler könnten sich als Booster des Infektionsgeschehens erweisen. Die Schule um jeden Preis offen zu halten, ehrt einen Bildungsminister. Faßmann konterkariert aber so die Bemühungen all jener Menschen, welche ernsthaft versuchen, das Land zurück auf die normale Corona-Alltagsspur zu bringen. Auch wenn vieles dagegenspricht, das einzig richtige wäre, den Präsenzunterricht umgehend zu canceln und Eltern nahezulegen, nur bei absolutem Betreuungsengpass ihr Kind in die Schule zu schicken.
So oder so, Schulleiter, Schüler und Lehrer haben sich an das Kommunikations-Wirrwarr längst gewöhnt. Sie werden auch diesmal die Challenge Hybridunterricht (Mischung aus Präsenz- Fern- bzw. Onlineunterricht) zufriedenstellend meistern.

Sepp Schnöll, Lehrer, 5431 Kuchl

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