Leserbrief

Schule vs. Wirtschaft?

In diesem Schuljahr sind Österreichs Oberstufenschüler (ausgenommen Maturajahrgänge) von 16 Schulwochen lediglich sechs regulär im Präsenzunterricht gewesen. Die restlichen zehn Wochen waren dem Online-Schooling verschrieben, das verständliche Argument dafür ist die Eindämmung der Coronapandemie.

An meiner Schule, dem BG 3 Salzburg, wurde damit so umgegangen, dass Unterricht nach Stundenplan via MS-Teams stattfand. Bei mir als Siebtklässler also 35 minus zwei Stunden Sport (die online schlichtweg nicht funktionieren) die Woche vor dem Schirm - zuzüglich diverser Hausaufgaben und Arbeitsaufträge.

Nun gibt es eine Sache, die mich bei dem Ganzen stutzig macht: Die Politik scheint seit Beginn der Krise die Wirtschaft über Ausbildung zu stellen - die Wirtschaft müsse am Leben erhalten werden, heißt es. Es ist erwiesenermaßen so, dass im Onlineunterricht weitaus weniger Lernstoff durchgebracht und bei vielen Schülern nicht ausreichend vertieft wird. Nun eine kleine Denkaufgabe: Was bringt eine gerettete Wirtschaft, wenn es aufgrund Ausbildungsmangels an qualifizierten Arbeitskräften fehlt?

Mein Appell: Sehr geehrte Personen Regierende & Co: Bedenken Sie bitte die enormen Bildungsdefizite (die noch auf Jahre hin spürbar sein werden), den bereits erheblich gestiegenen Anteil von Schulabbrechern (der im Endeffekt auch ein Bildungsdefizit ist) und den daraus resultierenden zukünftigen Mangel qualifizierter Arbeitskräfte.


Clemens Girardi, Schüler des Musischen Gymnasiums Salzburg, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 01.12.2021 um 05:41 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schule-vs-wirtschaft-98591356

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