Leserbrief

Schulterschluss der Regierung

Der ausgezeichnete Artikel von Andreas Koller in den SN v. 27.10., in dem er ausführt, wie ein Kraftakt in Sachen Corona-Pandemie zum Erfolg führen könnte, findet in jeder Hinsicht meine Zustimmung.

Auch wenn laut einer Umfrage des Market-Instituts nur mehr 53 Prozent der Befragten hinter der Corona-Politik der Regierung stehen, - im Sommer waren es noch 70 Prozent -, befürworte ich aufgrund der ständig steigenden Fallzahlen die verschärften Maßnahmen der Regierung. Mehr als 3000 Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden sind schließlich ein Beweis dafür, dass eine Überlastung unseres ausgezeichneten Gesundheitssystems unmittelbar bevorsteht. Und ich finde es in diesem Zusammenhang absolut richtig, dass in dieser besorgniserregenden Situation sowohl der Bundeskanzler als auch die SPÖ-Chefin einen "nationalen Kraftakt" fordern.

Entscheidend wird allerdings sein, dass den Ankündigungen Taten folgen und die Regierung die Opposition endlich in ihre Coronapolitik einbindet. Mir ist bewusst, dass es für die Regierung wahrscheinlich einem Tabubruch gleichkommt, die einzige Fachexpertin in der Politik, die ehemalige Gesundheitsministerin und Ärztin, Pamela Rendi-Wagner, in den Krisenstab zu integrieren. Das gleiche gilt vermutlich für die Juristin Beate Meinl-Reisinger und Norbert Hofer. Jedoch dürfen in dieser schweren Zeit parteipolitische Überlegungen und persönliche Eitelkeiten einfach keinen Platz haben. Es bedarf jetzt eines Schulterschlusses der Regierung mit der Opposition wie er zu Beginn der Krise stattgefunden hat, um einen zweiten Lockdown abzuwenden.

Herbert Stocker, 5020 Salzburg

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