Leserbrief

Schulverwaltung entdemokratisiert

Chats auf diversen Ebenen von Wien bis Salzburg offenbaren gewisse Vorgänge und Praktiken bei Postenvergaben im öffentlichen Dienst in letzter Zeit. Die Möglichkeit dafür hat zum Beispiel im Schulwesen die Abschaffung der Landesschulräte, damit verbunden die Entdemokratisierung der Schulverwaltung, eröffnet.

Die Landesschulräte mit politischer Führung unter Beiordnung eines kollegialen Beschlussorgans, das sich aus Lehrer- und Elternvertretern und Repräsentanten der im Landtag vertretenen Parteien zusammensetzte und das zuständig war für organisatorische und personelle Angelegenheiten und für Stellungnahmen zu Änderungen in Schulgesetzen auf Bundes- und Landesebene, wurden abgeschafft.

Stattdessen kam es zur Einrichtung von Bildungsdirektionen mit dem Bildungsdirektor, einem weisungsgebundenen Beamten an der Spitze. Damit ist die totale Verbürokratisierung und Verrechtlichung der Schulverwaltung vorprogrammiert, Beschlüsse werden dadurch weitgehend in den "Amtshinterstuben" gefasst und damit der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit entzogen.

Es gilt sicher noch immer die Aussage von Ex-Bildungslandesrätin Hutter, " ... dass damit weiter entpolitisiert wurde ...".

Hofrat Dr. Wilhelm Pölzl, Vizepräsident d. LSR f. Sbg. a. D., 5020 Salzburg

Aufgerufen am 19.05.2022 um 01:30 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schulverwaltung-entdemokratisiert-116209777

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