Leserbrief

Schutzgeld mancher Politiker an die Medien

Erstmals lese ich in den SN einen kurzen Artikel von Julia Herrnböck (SN, 7. 10. 2021) über die unglaubliche Praxis der Parteien, mit Steuergeld die Medien zu kaufen. Bekannt ist diese Methode wohl schon lange und es ist anzunehmen, dass alle Parteien auf jeglicher Regierungsebene dieses Mittel anwenden. Im Jahr 2020 wurden dabei allein von der Bundesregierung 33 Millionen Euro für Inserate ausgegeben, es wäre aber interessant, wie viel auch andere Regierungen (Landesregierungen, Stadt Wien etc.) sich das kosten lassen.

Ich würde mir wünschen, dass Sie dieser Thematik in Ihrer Zeitung mehr Raum widmen,in der Hoffnung, von dieser üblen Praxis nicht allzu viel betroffen zu sein.
Ex-Ministerin Kneissl spricht selbst von Schutzgeld, das Politiker an die Medien zahlen müssten, wollten sie nicht zerrissen werden. Das klingt so, als würden sie es aus der eigenen Tasche zahlen. Aber noch einmal: Es ist ausschließlich Steuergeld und somit in meinen Augen der Tatbestand der Untreue.
Der Kanzler hat sich verteidigt, dass die Stadt Wien das in großem Umfang machen würde, und das ist richtig und überrascht mich nicht. Bezüglich Postenschacher stellte er vor dem Untersuchungsausschuss fest, er habe das System nicht erfunden - nach dem Motto: Was die Roten können, können wir noch besser.
Und so sieht die neue ÖVP jetzt ziemlich alt aus und wir wissen, dass es in puncto Korruptionsbekämpfung in Österreich noch sehr viel Arbeit gibt.


Erwin Kainhofer, 4882 Oberwang

Aufgerufen am 24.10.2021 um 08:11 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schutzgeld-mancher-politiker-an-die-medien-110544214

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