Leserbrief

Schwarzer Peter

Derzeit befinde ich mich in der REHA-Klinik Oberndorf bei Salzburg. Ursache für meinen Aufenthalt ist ein Unfall in der NMS Obernberg am Inn.
2013 löste sich ein Stiegenkantenschutz unter mir und ich stürzte deshalb fünf Stufen in die Tiefe. Eine eingerissene Bizepssehne, Blutergüsse und eine Schulterprellung waren die Folge einer groben Fahrlässigkeit. Die Versicherung des Schulerhalters, die Marktgemeinde Obernberg am Inn, zahlte an mich dann auch Schmerzensgeld. Seitens meines damaligen Arbeitgebers, dem Land OÖ., wurde viel unternommen, mir die Schuld in die Schuhe zu schieben. Auf diese Weise macht man das Opfer zum Täter und lenkt dadurch gekonnt von seiner eigenen Verantwortung ab. Im Sommer 2018 riss meine Bizepssehne endgültig, im Demzember 2018 wurde diese wieder "zusammengeflickt". Über die Behandlung in der REHA-Klink Oberndorf bin ich begeistert. Vielleicht wäre für so manchen Schulverwaltungsbeamten ein dreiwöchiges Praktikum in dieser Klinik sinnvoll, um wieder Freundlichkeit und auch Kompetenz zu üben. Nur immer auf der Seite der Obrigkeit oder der Eltern zu stehen, mag zwar bequem sei, aber häufig allerdings nicht sehr objektiv. Verfehlungen von Lehrern sollten natürlich konsequent verfolgt werden. Ein unverschuldeter "tiefer Fall" dürfte allerdings nicht zu dieser Kategorie gehören.


Franz Wiesenberger, Rehabilitationszentrum Oberndorf, 5110 Oberndorf bei Salzburg

Aufgerufen am 29.11.2020 um 12:52 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/schwarzer-peter-64611883

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