Leserbrief

Seit Jahren werden bildungsferne Schichten nicht erreicht

Die Entscheidung, ob Pflichtschulen geschlossen werden, oder nur die Sekundarstufe in Home Schooling geht, oder, oder … welche Optionen es da auch immer gibt, möchte ich nicht treffen müssen. Argumente von Befürwortern und Gegner sind durchaus nachvollziehbar. Ein Argument "Die Schere zwischen Kindern bildungsnaher und bildungsferner Schichten wird immer größer" möchte ich jedoch etwas relativieren. Es gelingt unserer Gesellschaft seit Jahren nicht, den "bildungsfernen Schichten" die Bedeutung einer guten Ausbildung klar zu machen. Als unser Bundeskanzler noch Staatssekretär für Inneres war hat er angekündigt, gegen "Schulschwänzer" (diese kommen vermehrt aus bildungsfernen Schichten) vorgehen zu wollen. Gekommen ist zunächst ein zahnloser "5 Stufenplan". Seit 2018 hat der Gesetzgeber dann endlich den Schulen ein Instrument gegeben, welches Strafen vorsieht, wenn ein Kind 5 Tage unentschuldigt dem Unterricht fernbleibt. Das erbrachte seither ca. 3300 Anzeigen. Zu diesen Schwänzern kommt dann noch eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Schul- bzw. Leistungsverweigerern. Alle diese Kinder werden im "Home Schooling" verlieren. Nur: Das tun sie auch, wenn die Schulen offen bleiben.

NMS Stadl-Paura

Dir. Klaus Trappmair, 4651 Stadl-Paura

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