Leserbrief

Selbstverantwortung und Risiko im alpinen Gelände

Stellungnahme zu den Leserbriefen "Todesfalle Drachenwand" und "Bergstöcke für den Abstieg verwenden":

Was der Herr Konsulent der oberösterreichischen Landesregierung, Franz Frischling aus St. Lorenz, schreibt, kann man nicht unbeantwortet stehen lassen.

Erstens: Die Drachenwand ist keine Todesfalle! Der Klettersteig ist in allen einschlägigen Internetseiten bestens beschrieben. Auf alle Schwierigkeiten und Gefahrenstellen bei Auf- und Abstieg wird hingewiesen. Und er ist nicht für Kinder geeignet!

Zweitens: Sie haben zwar Recht, wenn Sie schreiben "jeder Tote ist einer zu viel", aber wenn ich mich in alpines Gelände begebe, bin ich für mich selbst verantwortlich. Auch auf markierten, gesicherten Steigen besteht ein Restrisiko. Selbstüberschätzung und mangelnde Ausrüstung sind die Hauptgründe alpiner Unfälle.

Drittens: Sie schreiben "die öffentliche Hand soll die Verantwortung übernehmen". Ob mit den Kühen auf der Alm, beim Wandern, Bergsteigen, Klettern usw., hier gilt nur eines: Selbstverantwortung.

Und der Herr Michael Breisky aus St. Lorenz schreibt ,,Bergstöcke als dritten Fuß für den Abstieg verwenden". Auch mit einem dritten Fuß ist eine Gefahrenstelle immer gleich gefährlich. Aber wenn ich nach dem Aufstieg fix und fertig bin, endet ein Abstieg leicht in einer Katastrophe. Weiters schreiben Sie "Behörden und Alpenverein sollen die Verwendung von Bergstöcken vorschreiben". Auf diesen Gesetzestext freue ich mich schon. Was viele vielleicht nicht wissen, beim Alpenverein kann man sich für richtiges Begehen von Klettersteigen und Verhalten in den Bergen ausbilden lassen. Und dann schreiben Sie noch "Sportartikelhändler und Verleiher sollen sich dieses Geschäft (wenn Bergstöcke dann Vorschrift sind) nicht entgehen lassen". Herr Breisky, haben Sie ein "Bergstöcke-Verleihgeschäft"? Also einen Verleih für den "dritten Haxn".

Gerd Prokop, 5600 St. Johann im Pongau

Aufgerufen am 02.12.2020 um 08:26 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/selbstverantwortung-und-risiko-im-alpinen-gelaende-92599708

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