Leserbrief

Sichere Stromversorgung

Hätten unsere Stromversorgungsunternehmen mit dem Verbund an der Spitze nicht schon in der Vergangenheit so vorsorglich gedacht und geplant, dann stünden wir, was die Versorgungssicherheit mit elektrischen Strom angeht, nicht an der Spitze Europas. Unser Österreich, aber auch jedes andere Land, funktioniert nur mit zukunftssicheren Infrastruktureinrichtungen. Auch in der Vergangenheit musste dafür in Eigentumsrechte von Bürgern eingegriffen werden. Heute werden Leitungen, Stassen und Schienen so errichtet, dass möglichst wenige Bürger direkt betroffen sind, zur Gänze kann man das im dichtbesiedelten Österreich aber nicht vermeiden. Diese Betroffenheiten würde es aber im verstärkten Ausmaß bei einer Erdkabelvariante geben, denn der Trassenverlauf würde nicht abseits von Siedlungen geplant werden, sondern müsste auf möglichst kurzem Weg, das heißt vorwiegend in Tallagen vorgesehen werden. Dadurch wären hier noch mehr "Zwangsdienstbarkeiten" zu erwarten. Freileitungsgegner kritisieren auch die Rodungen bei der Freileitung, sie vergessen dabei aber, dass bei einer Erdkabelvariante diese in größerem Umfang zu erwarten wären. Übrigens Österreichs Waldfläche nimmt seit Jahren zu, dies trotz der starken Windwurfschäden der Vergangenheit. Wie das Umweltbundesamt vor kurzem feststellte, geht der Trend zu mehr Laub- und Mischwald weiter. Dies würde auch bei Freileitungstrassen zutreffen, wo wieder aufgeforstet werden kann, bei Erdkabeltrassen, wäre das aber nicht möglich. Nach Fertigstellung der neuen Freileitung wird es im Land Salzburg um 65 km weniger Hochspannungsleitungen und um 230 weniger Strommasten geben. Bei Ausführung als Erdkabelleitung müsste aber die alte 220-kV-Freileitung als Ausfallsreserve stehen bleiben. Den Kabelbefürwortern geht es doch nur darum, dass die Leitung aus ihrem "Nahbereich" wegkommt. Bei einem Erdkabel gebe es dann halt andere "Betroffene" mit den gleichen, vielleicht sogar stärkeren Argumenten.

Helmut Tamerl, 5700 Zell am See

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